2015 zu Gottes Lob!

Nachricht 30. Dezember 2014
2015_Ulrich von Ulmenstein
ulr 

Ihnen allen ein gesegnetes Neues Jahr!

Die Jahreslosung für 2015 hat es in sich: Einen klaren Imperativ, eine unerschütterliche Zusage und eine Sinngebung mit Perspektive.

Nehmt einander an.

Das ist ein göttliches Gebot. Nicht eine Möglichkeit: Überlegt, ob Ihr einander respektiert. Nicht verhandelbar: Ja, wenn, dann ... unter bestimmten Umständen. Dieser Imperativ ist ein Befehl, eine klare Anweisung und nicht diskutierbar. Auch wenn wir versuchen, daran zu drehen: Nur die Geschwister in den Gemeinden sind gemeint (Ja, wenn wir doch wenigstens dort anfangen würden!)... wir haben weder Paulus noch die Bibel insgesamt auf unserer Seite. Paulus geht es hier sogar vor allem um den Umgang mit den Heiden und Jesus selbst führt vor, wie man Menschen annimmt, gerade jene, die so ganz anders sind als wir ... ja, auch die Fremden, die Flüchtlinge, die Andersgläubigen, die Nervigen.

Wie Christus Euch angenommen hat.

Das ist eine unerschütterliche Zusage und ein Vorbild für mein und unser Handeln zugleich. Mag ich auch hadern und mich selbst verneinen. Und andere stoßen manchmal in dieselbe Wunde und machen mich klein oder wenig liebenswert. Jesus nimmt mich an! Sagt Ja zu mir, will mich in seinem Liebesprojekt einspannen, sieht mich durch und durch positiv. Und wenn das stimmt, dann gilt das für andere genauso! Und damit habe ich ein Vorbild für den Umgang mit jenen, denen ich begegne - ob nun aus vertrauter deutscher Nachbarschaft oder aus fremden, fernen Landen.

... zu Gottes Lob.

Ja, es geht bei der Annahme anderer Menschen immer um mehr als Nächstenliebe. Hinter aller Liebe scheint das Licht Gottes. Jene Annahme ist wie ein Fenster durch das mich ein Strahl der Ewigkeit trifft - durch dass der Vater im Himmel ins Leben von Menschen scheint und sie Teil am Leben aus ihm haben. So wird mein Handeln und das, was ich für andere tue, immer auch ein Beitrag zum Lob Gottes. Ihn loben und ihn verherrlichen - das ist tatsächlich möglich, auch und vielleicht vor allem im Annehmen meiner Mitmenschen.

Es werden in diesen Tagen viele Worte über die Jahreslosung gemacht. Ich scheue mich nicht, diese Zeilen hinzuzufügen - auch auf die Gefahr hin, dass Sie sagen: Es ist doch immer dasselbe! Sie haben ja Recht damit. Aber das Wort Gottes wird dann zur einzigartigen Lebenserfahrung, wenn ich es nicht nur glaube, sondern auch tue und umsetze.

Ihnen allen auch im Namen des Vorstandes des FMD e.V. und der Mitarbeitenden im MZ Hanstedt einen schönen Jahreswechsel und ein gesegnetes Neues Jahr! 

Ihr Hermann Brünjes

Nehmt einander an, wie Christus Euch angenommen hat, zu Gottes Lob!

(Römer 15,7 - Jahreslosung 2015) 

2015_Ulrich von Ulmenstein
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Das Bild ...

Ulrich von Ulmenstein war 2010/2011 in der Hausgemeinde des MZ Hanstedt. Jetzt studiert er in Greifswald Jura. In diesem Bild interpretiert er die Jahreslosung 2015.

INRI steht am braunen Balken hinter dem Text aus Römer 15. So wird die Losung auf das Kreuz von Golgatha bezogen. Gerade dort wird besonders deutlich, was Jesus für uns getan hat. Unter dem Kreuz eine geöffnte Tür. Das Licht der Ewigkeit flutet in die Zeit. Es wird gebrochen, aus weiß wird gelb, dann orange, rot, blau, grün ... Wenn Gott in diese Welt hinein wirkt, wird es bunt und farbig. Mögen wir von uns aus auch manchmal wie durch Fensterglas in Gottes Weiß schauen, gefangen im Diesseits wie hinter Gittern - so wird das Licht durch die geöffnete Tür zum Abbild großer Vielfalt. Und es zeigt uns, was zu tun ist.

Der Künstler wählt die Hände für das, was er unter "nehmt einander an" versteht: Das Bewahren und gleichzeitig Weitergeben der Geschenke Gottes - so wie eine Mutter das heranwachsende Kind bewahrt und es dann Schritt für Schritt loslässt. Die Liebe zu anderen - so wie Liebende miteinander umgehen, ihre Stärken und Gaben gegenseitig entfalten und einander annehmen. Die Leidesbereitschaft - auch dann zueinander stehen, wenn uns alles durch die Finger rinnt. Und die Hilfsbereitschaft und dem Einstehen für Schwache, Kranke und Menschen in Not. Es wird deutlich, dass solche "handgreiflichen" Wirkungen aus dem Licht kommen. Nicht sie selbst vermögen den Raum hell zu machen - aber sie ziehen den Blick geradezu hinein ins Licht und durch die offene Tür. ... zu Gottes Lob.