Regionaler Kirchentag Hanstedt ONE

26. Mai 2022

ONE in unserer Region

8 Kirchengemeinden und das Missionarische Zentrum Hanstedt feiern gemeinsam

Das Motto des bereits zweimal verschobenen regionalen Kirchentages hielt, was es versprach. Gemeindemitglieder aus der ‚Region West‘ im Kirchenkreis (Ebstorf, Hanstedt, Wriedel, Gerdau, Eimke, Barum, Natendorf) feierten ihren gemeinsamen Kirchentag auf dem Gelände des Missionarischen Zentrums in Hanstedt.

Am Vormittag nutzen etwa 50 Gäste die Möglichkeit, an einem der interessanten Workshops teilzunehmen. Judy Bailey und ihre Band haben nicht nur am Samstag ein Konzert (wir berichteten), sondern nun auch Workshops angeboten. Da wurde mit Miguel Altamar (Schlagzeug) und Dee Rosario (Gitarre) EIN Rhythmus gesucht, mit Steve Mc Gregor (Keyboard), Hanna von Tottleben (Bass) und Judy Bailey mit EINER Stimme im Chor oder Solo gesungen.

Martin Raabe informierte über die Gruppe „Beherzt“ und diskutierte mit in seinem Workshop darüber, wie man eine Haltung im Umgang mit rechten Siedlern entwickeln kann. Erschreckend, was er über die Präsenz von völkischen Siedlern bei uns in der Heide berichtete. „Ich dachte, in Deutschland verbrennt man keine Bücher mehr!“ sagte er und zeigte ein Video von einer Bücherverbrennung durch rechte Siedler. „Völkische Landnahme“ lautete der Titel des informativen Buches von Andrea Röpke und Andreas Speit, das 2019 von rechten Siedlern verbrannt wurde.

Im Workshop von Rainer Koch (Haus kirchlicher Dienste, Hannover) ging es um Kommunikation des Glaubens in einer postmodernen Gesellschaft. Das Projekt ‚LUV‘ (beim Segeln die Wind-Seite) bringt Menschen ins Gespräch über die eigene Biografie und ermöglicht so Entdeckungen der eigenen Sehnsucht und persönliche Glaubenserfahrungen.

Reinhard Benhöfer (Haus kirchlicher Dienste) brachte seine Gruppe ins Gespräch über Biodiversität in Gemeinden – die EINE Welt und damit das Klima und die Natur im Blick.

Den ganzen Tag über wurde unter Leitung von Katharina Much (theol. Mitarbeiterin im MZ Hanstedt) ein Kinderprogramm angeboten – Collagen zu EINE Welt, Spiele, Kleinkunst und Hüpfburgen mit viel Spaß und Action. 

Bei schönstem Sonnenschein die Erbsensuppe genießen, Kaffee und Kuchen, klönen und einander endlich mal wieder sehen … die Mittagszeit war ein guter Auftakt für den Gottesdienst am Nachmittag. Wie gestern beim Konzert kamen etwa hundert Personen jeden Alters zusammen – und wieder gestaltete Judy Baley mit Band das musikalische Programm. Diesmal mit dabei: Die musikalischen Workshops vom Vormittag. So wurde man mit „We pray for peace“ in ein langes, eindrückliches Friedensgebet hineingenommen. Die Sängerin und ihr Mann Patrick Depuhl erzählten von ihrem Musik-Projekt „ONE“ in ihrem Heimatdorf und Pastor Holger Holtz hielt eine anschauliche Predigt. Unvergessen, wie er mit einem 50 Euroschein den Boden aufgewischte und ihn dann zerknüllte. „Ist der Schein auch jetzt noch 50 Euro wert?“ Alle nickten. „So sieht uns Gott“, interpretierte der Prediger seine Bildhandlung. „Auch wenn wir schmutzig sind, unansehnlich, zerknittert und zerbrochen – wir behalten für ihn unseren Wert.“

Zum Schluss noch einmal ruhig, betend und besinnlich, dann der ‚Evergreen‘ von Judy Baily „Jesus in my house“ – und ein Tag in großer Einheit ging zu Ende. Die Veranstalter werden sich sicher fragen müssen, warum aus so vielen Gemeinden nicht viel mehr Menschen mitgemacht haben – aber die, die dabei waren, haben ihn in großer Einheit als ONE erlebt.

Judy Bailey & Band

Time for change – Judy Bailey in Hanstedt

„Wir sind es, die etwas ändern können!“ Judy Bailey holte ihr Publikum auf die Bühne. Es waren große Emotionen, die das Konzert am Samstagabend im Festzelt auf dem Hof des Missionarischen Zentrums in Hanstedt freisetzte. Sehnsucht, Jubel, Traurigkeit, Glaube, Hoffnung, Liebe. Bereits beim ersten Lied „In your heartbeat“ standen die über hundert Besucher jeden Alters vor ihren Stühlen und klatschten mit. Manche haben sich den ganzen Abend nicht wieder gesetzt, sondern sich swingend, klatschend und tanzend zur Musik bewegt.

Die aus Barbados stammende Sängerin, weltweit unterwegs mit ihren karibischen Rhythmen, dem Strahlen südlicher Sonne und ihrer geerdeten und fröhlichen Botschaft des Glaubens, war diesmal mit Band gekommen. In internationaler Besetzung lieferten sie zu sechst richtig gute Musik und beste Inhalte.

Auch der Rahmen stimmte. Der K2-Eventservice aus Hanstedt hatte ein perfektes Sound- und Lichtsystem aufgebaut. So füllte sich der Raum mit Tönen und Atmosphäre und unterstützte die Künstler auf der Bühne.

„Brauchen wir nicht Flügel in dieser verrückten Zeit?“ fragte Judy, hob die Arme, tanzte und jubelte zu „rise like a champion, heyo!“ In ihrer jetzigen Heimat, dem kleinen Dorf Alpen im Rheinland, haben sie mit ihrer Musik alle Dorfbewohner animiert, aufeinander zuzugehen und Brücken zu bauen. „Build a bridge“ klappte auch in der Heide.

Was für eine Musik! Das meiste von Judy Baily komponiert, immer mit Herz und Rhythmus. Selbst ihr Sohn Noah, erst 15, glänzte mit zwei Rap-Einlagen.

„God is not death. Jesus is alive. He lives in you.” Vielleicht tanzten nicht alle ihren eigenen Glauben – aber den der Sängerin allemal. Ihrer Botschaft konnte man sich nicht verschließen. „Es gibt Tage, da weißt du nicht wo’s langgeht. Bete, dass du immer weißt, dass du ein Wunder bist.“ Mal leise, nachdenklich – dann „Weck deine Seele auf, make some noise!“ mit lauter Gesangsunterstützung vom Publikum. „Stay open“ (bleibe offen!) und der Wunsch wächst in manchen, die Lieder von Judy ins Leben zu holen und die „time of change“ nach zwei Stunden Freude pur aus dem Festzelt ins Leben zu tragen.