St. Georg Kirche

Gegenüber dem MZ Hanstedt liegt zwischen alten Eichen die noch ältere Kirche des Heideortes. Sie ist vielleicht eine der am intensivsten genutzten Kirche unserer Landeskirche: Morgens feiert die Hausgemeinde ihre Andacht, mit Auslegung eines der Hauptamtlichen. Abends wird die Andacht dann mit Gästen gefeiert. Liturgie, Musik und Auslegung, alles übernimmt die Hausgemeinde. Sonntags der Gemeindegottesdienst, Samstags die Wochenschlussandacht mit Abendmahl und persönlichen Segnungen, zwischendurch Hochzeiten und viele andere Gottesdienste. Und im Sommer immer offen, versehen mit dem Siegel "offene Kirchen". Also nicht nur ein Tagungshaus mit Herz, auch eine Kirche mit viel Herz - und nachts auch mit Beleuchtung! Hier ein Artikel von Eckard Oldenburg, ehemals Leiter des MZ und Pastor der Kirchengemeinde (nach einer Vorlage von Pastor i. R. Engelke von 1977):

Ein kleiner Rundgang ...

"Die St.- Georgs- Kirche zu Hanstedt 1 gehört in die Reihe der wenigen alten Feldeinkirchen im norddeutschen Raum. Mit ihrem ältesten Teil, dem eigentlichen Kirchenschiff, reicht sie bis in die Zeit um 980 n. Chr. zurück. Diese Jahreszahl befand und befindet sich im Inneren der Kirche an der Stirnseite der flachen Decke des Kirchenschiffs, vom Altar aus zu erkennen.

  • Wer die Kirche von außen betrachtet, wird merken, dass der Turm, das Kirchenschiff und der östliche Teil mit dem Altarraum (Chor) aus verschiedenen Jahrhunderten stammen. Der älteste Teil ist das aus Feldsteinen erbaute Kirchenschiff mit den Rundbogenfenstern.
  • Am Westende stand einst an der Stelle des jetzigen Turmes ein Wehrturm, der 1832 abgerissen werden musste. Von 1758 bis zum Neubau des jetzigen Turmes im Jahre 1887 – also fast 130 Jahre – hingen die Glocken (die kleine aus dem Jahre 1465 mit der Innschrift „IHS Maria het ik, Cort Fribock got miik“; die Große aus dem Jahre 1844“ Folgt, Christen, freudig meinem Schale / der laut zu Gott beten ruft, / dann tönt es rühmlich einst für alle, / wenn man euch trägt in eure Gruft.“) In einem Holzgerüst nahe der Felssteinmauer am Eichbaum befestigt. Die Reste und Stärke des alten Turmes sind seid der Renovierung in den Jahren 1993 bis 1997 durch den neugeschaffenen Durchbruch zwischen Kirche und Turm erkennbar geworden.
  • Die Kanzel aus dem Jahre 1702 ist ein Werk der Barockzeit. Die Engelsgestalt über dem Kanzeldach trägt eine Hölzerne Tafel mit der Aufschrift: „Er hatte ein ewiges Evangelium zu verkünden, denen die auf erden wohnen.“ An den Seitenwänden der Kanzel befindet sich in der Mitte Christus mit der Weltkugel, rechts und links daneben die vier Evangelisten: Matthäus (mit dem Engel), Markus (mit dem Löwen), Lukas (mit dem Stier) und Johannes (mit dem Adler), unten Petrus mit dem Schlüssel und zum Fenster hin Paulus mit dem Schwert.
  • Nach Osten ausgerichtet befindet sich der viereckige Altarraum im gotischen Stiel aus der Zeit um 1400 bis 1500. Er ist als siebenteiliger Abschluss dem Kirchenschiff angefügt und aus Backsteinen im „Klosterformat“ erbaut. Die Fensternischen haben im Unterschied zu den Rundbogenfenstern im Kirchenschiff die Spitze gotische Form. Vier Fenster des Chorraumes haben bildliche Darstellungen: Geburt – Taufe – Kreuzigung – Auferstehung – Jesu Christi.
  • Der wertvolle Altarschrank aus der Zeit zwischen 1460 und 1470 ist ein Triptychon (dreiteilig). Die Gekrönten Mittelfiguren stellen Christus und Maria dar. Unmittelbar neben ihnen je eine Heiligenfigur (rechts: dunkelhäutiger Mauritius; links: Diakon mit Palmwedel). Daran anschließend auf beide Seiten die 12 Apostel: (v. l. n. r.) Thomas (Winkelmaß, Buch), Matthias (Hellebarde, Buch), Bartholomäus (Messer, Buch), Judas Thaddäus (Keule, Buch), Johannes (Kelch), Petrus (Schlüssel, Buch) // Paulus (Schwert, Buch), Simon (Säge), Jakobus der Ältere (Stab, Hut, Buch), Matthäus (Beil), Philippus (Kreuzesstab, Buchbeutel), Andreas Schrägkreuz).
  • Unterhalb des Altarschranks befindet sich die Predella mit Sakramentsnische, die vorn durch ein vergoldetes Eisengitter geschlossen ist. Die sehr alte Bemalung war seit der Reformationszeit bis zur Restaurierung 1972 durch ein Abendmahlsbild verdeckt: links zwei Engel mit dem Schweißtuch der hlg. Veronika; rechts eine Diakonengestalt und der Ritter (beide sind oben im Altarschrank als Schnitzfiguren wieder zu finden).
  • Die in den Jahren 1993 bis 1997 durchgeführte grundlegende Renovierung hat einige wesentliche Veränderungen mit sich gebracht. So wurde die Altargalerie aus dem Jahr 1705 in der Mitte geöffnet, um den offenen Zugang zum Altar zu verdeutlichen. Der neu aufgestellte Taufstein hat als Ort sichtbarer Verkündigung der Liebe Gottes seinen Platz nahe den Plätzen der Gemeinde und neben der Kanzel. Die Kirche erhielt durch die neue Anordnung der Bänke einen Mittelgang, so dass durch den neu geschaffenen Zugang vom Turm aus der Weg von ganz hinten nach ganz vorne frei ist. Neu ist auch die Farbgebung der Kirche. Im Ganzen war diese größte Renovierung der Hanstedter Kirche in diesem Jahrhundert geleitet von dem Gedanken, wie man dem Charakter der alten Dorfkirche und der langen Geschichte des Gotteshauses angemessen diesen Raum gestalten kann, so dass er der Gemeinde heute und im 3. Jahrtausend Möglichkeiten bietet, Gottesdienste zu feiern unter der Überschrift: feiert Gott in eurer Mitte.

Die Hanstedter St.-Georgs-Kirche ist mit den Gottesdiensten der Gemeinde und (seit 1979) den täglichen Morgen- und Abendandachten des „Missionarischen Zentrums“ eine der meistbesuchtesten Kirchen. Die alten (und z. T. neu aufgemauerten) Steine sollen einen Raum bieten, in dem das Wort aus 1. Petrusbrief 2,4-5 erfahrbar wird: „Kommt zu ihm, Christus! Er ist der lebendige Stein, den die Menschen als unbrauchbar weggeworfen haben; aber bei Gott ist er ausgesucht und wertvoll. Lasst euch selbst als lebendige Steine zu einem geistigen Haus erbauen.“  

 

Auferstehungs- und Schöpfungsweg

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Neue Möglichkeiten im MZ

Die erweiterten Speiseräume stehen außer unseren Übernachtungsgästen auch Ausflugsgruppen (z.B. auf Aufertehung- oder Schöpfungsweg) zur Verfügung. 

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